Von Doris Simhofer
Sind Sie frühmorgens sofort auf den Beinen, voller Elan und dazu noch gut gelaunt? Dann sind Sie wohl laut Chronobiologie eine Lerche. Oder verfluchen Sie den Wecker, der Sie um 7 Uhr aus den Träumen reißt und kommen erst in die Gänge, wenn andere schon wieder müde sind? Dann sind Sie eher eine Eule.
„Jeder Mensch hat ein anderes Schlafbedürfnis, im Durchschnitt schläft der Mensch sieben bis neun Stunden, Langschläfer bringen es aber auch auf zehn Stunden. Der Schlaf verändert sich aber mit dem Alter. Bei älteren Menschen verringert sich das Schlafbedürfnis auf sechs bis sieben Stunden pro Nacht oder noch weniger“, erklärt Matthias Weingärtner, Biomedizinischer Analytiker im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Eisenstadt und Leiter der „Schule des Schlafens“.
Schlaf hat viele Funktionen, er fördert die Regeneration des Gehirns, stärkt das Immunsystem, da es nachts Ruhe hat, um zu arbeiten und macht darüber hinaus schlank. Bei Schlafmangel wird das Hungerhormon Ghrelin aktiviert – nicht aber Leptin, das Sättigungshormon. „Melatonin reduziert immer den Stoffwechsel, und alles, was abends zu spät gegessen wird, wird dann leider als Depotfett gespeichert. Guter Schlaf ist wichtig für die Gesundheit, er wirkt sich auf alle menschlichen Systeme aus, wie auf den Magen-Darm-Trakt, den Atem, das Herzkreislauf-System, auf Nerven oder Fortpflanzung“, so der Schlafcoach.
Stabile Schlafphasen
Wichtig ist, dass die Schlafphasen stabil sind, also Traum-, Tief- und Leichtschlafphasen in einem regelmäßigen Zyklus erfolgen. „Wer nicht ausgeschlafen ist, ist leicht reizbar, denn das Gehirn ist überfordert. Immerhin hängen 90 Prozent unserer Gesundheit vom guten Schlaf ab“, sagt Weingärtner. Doch immer mehr Menschen leiden an Schlaflosigkeit, mittlerweile kennen Wissenschafterinnen und Wissenschafter mehr als 81 verschiedene Schlafstörungen.
Nachts aufzuwachen gehört zum Schlafen. Weingärtner: „Wachphasen in der Nacht über drei Minuten merken wir uns, alles, was darunter liegt, gelangt gar nicht ins Langzeitgedächtnis und wird vergessen. Problematisch wird es, wenn man aufsteht, das Licht aufdreht, etwa weil man auf die Toilette muss. Danach ist es wieder schwierig, einzuschlafen.“ Viele kennen es: Das elendslange Grübeln in kurzen Wachphasen, die dann endlos werden. „Nachts wirken Probleme oft schwerer, manche Menschen neigen zum Grübeln. Hier spielt uns das Hormon Melatonin einen Streich, es macht mitunter nachdenklich; dann ist es günstig, das Problem auf die Seite zu schieben, nachts ist es ohnedies nicht lösbar.
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